Was mich am meisten an klugen Gegenargumenten gegen Feminismus nervt: Sie sind gar nicht so klug. Ich weiß das, denn ich habe sie auch mal geäußert, bevor ich mich mit dem Thema beschäftigt habe.
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Nummer 1: „Natürlich sind alle Menschen gleichberechtigt, das ist doch klar. Wieso soll man jetzt auf einmal einen Teil bevorzugen?“ – Super, echt noch nie gehört. Die Benachteiligung zieht sich konsequent durch, ist ins System eingebaut ist und verschwindet nicht von allein..
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Wir sehen, wohin es führt, wenn man nichts tut: Dinge verändern sich mit der Geschwindigkeit tektonischer Plattenbewegungen. Mir reicht das nicht, sollte es Euch auch nicht.
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Nummer 2: „Richtig schlimm ist doch die politische Korrektheit und die damit einhergehende Zensur, durch die man einfach nichts mehr sagen kann.“ Blödsinn! Man kann immer noch alles sagen, man muss sich halt nur – ganz was Neues – mit den Konsequenzen auseinandersetzen.
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Ich finde es toll, dass man rassistische, sexistische, behindertenfeindliche Dinge nicht mehr sagen kann, ohne sich damit direkt als Idiot zu outen und das auch gesagt zu bekommen. Solche Sachen sagen anständige Menschen sowieso nicht, und damit stirbt die Freiheit nicht.
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Nummer 3: „Man muss als Mann enorm aufpassen, wie man sich gegenüber Frauen verhält, um nicht gleich als Sexist bezeichnet zu werden und die eigene Karriere zu riskieren“. Ganz ehrlich: Männerkarrieren sind höchstens bei nicht mehr zu leugnenden echten Straftaten gefährdet.
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Es ist ganz erstaunlich, wie viele Männer sich einen Scheiß für ein paar Jahrhunderte hanebüchene Diskriminierung von Frauen interessieren, die bis in die Gegenwart anhält, aber ihren Sinn fürs Gemeinwohl entdecken, wenn arme, „unschuldige“ Geschlechtsgenossen betroffen sind
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Frauen, die Männer beschuldigen, riskieren unendlich viel. Zu glauben, sie täten das aus Spaß oder mit Berechnung ist außerordentlich ignorant. In aller Regel – bestimmt nicht immer, aber in den allermeisten Fällen – ist der Mann der Arsch. Deal with it.
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Nummer 4: „Eigentlich haben die Feminist(inn)en ja recht, aber müssen die immer so aggressiv sein? Sie würden viel mehr erreichen, wenn sie ihren Ton mäßigen würden.“ Ach so, na klar, das mit dem leise sein hat in der Vergangenheit immer schon zu großen Veränderungen geführt …
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Nummer 5: „Männer und Frauen sind von Natur aus unterschiedlich.“ Stimmt! Sind sie, vor allem wegen der Gesellschaft, die sie dazu drängt. Für den (bestreitbaren) biologischen Teil gilt: Die Würde des Menschen liegt zu einem großen Teil in der Emanzipation von seiner Biologie.
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(Zwischen-)Fazit: Am meisten nervt mich, dass Leute glauben, ihre Meinung zu diesen Themen sei originell und ein echter Wertbeitrag zum Diskurs. Ich empfehle 1.) „Dunning-Kruger-Effekt“ googlen und 2.) einfach mal für einen Moment die Klappe halten, auch wenn’s schwer fällt

Sep 18, 2019 · 8:49 PM UTC

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Replying to @stilkov
Also wenn ich dir bisher nicht gefolgt wäre und ich hätte den Thread gesehen wäre es wohl jetzt passiert.
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Replying to @stilkov
2/2 deuten Erkentnisse aus den Neurowissenschaften auch darauf hin, dass Körper und Geist viel enger verknüpft sind, als wir heute nachvollziehen können, siehe z.B Gerald Hüther. Ändert aber nichts an deinen anderen Aussagen - danke dafür!
Replying to @stilkov
Hast du Dunning-Kruger nur gegoogelt oder auch gelesen? 😄
Replying to @stilkov
guter Thread, danke! Zum Thema 'Dunning Kruger' kann ich folgenden Song empfehlen: youtube.com/DrG2c0_EyDE
Replying to @stilkov
Ja, und: Wir sind vor allem kulturelle Wesen. Und kulturelle Evolution geht deutlich schneller als “naturelle” Evolution. So was immer der ‘biologische’ Unterschied ist - für alle relevanten Themen ist er egal.
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