Die Erkenntnisse aus der 11. Sitzung des Untersuchungsausschusses zur #Aufklärung der #NSU-Aktivitäten und anderer rechtsterroristischer Strukturen haben wir für Euch in folgendem Thread zusammengefasst 🧵
#MV #Linksfraktion #Rassismus #RassismusTötet @nsuwatch @michael_noetzel
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Der Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des NSU und weiterer rechter Terrorstrukturen in M-V vernahm in seiner 11. Sitzung zwei Zeugen. Beide Beamte waren nach der NSU-Selbstenttarnung im November 2011 rund ein halbes Jahr Teil der BAO TRIO M-V im LKA.
Sep 26, 2022 · 1:41 PM UTC
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Hierbei wurde u.a. die länderübergreifende Verbindung höchstmilitanter Neonazi-Strukturen bis in den NSU-Komplex hinein deutlich.
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Der erste Zeuge, Ni. Bo., welcher vor seinem Werdegang innerhalb der Landespolizei ein geisteswissenschaftliches Studium abschloss, zeigte ein gesteigertes Interesse an Zusammenhängen innerhalb der militanten Neonazi-Szene.
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Die Vernehmung drehte sich u.a. lange um seine Auswertung der sog. Salchow-Liste.
In dieser Liste wurde durch die Polizei 268 Neonazis erfasst, die zum 15-jährigen Bestehen des Kameradschaftsbundes Anklam nach Salchow reisten.
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Relevant wurde diese Feier, auf der Stahlgewitter gespielt haben soll, weil u.a. der verurteilte NSU-Unterstützer André Eminger und sein Zwillingsbruder Maik anwesend waren.
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Ziel der Auswertung sei es gewesen, unter den Konzertteilnehmern Neonazis mit Verbindungen nach Sachsen und Thüringen zu erfassen und diese auf Verbindungen zum NSU zu überprüfen. Zu den 53 gefilterten Personalien habe der Zeuge bundesweite Erkenntnisanfragen gestellt.
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Michael Noetzel merkte an, dass laut Aktenlage das LKA Sachsen nicht geantwortet habe.
Entgegen der ausgebliebenen Erkenntnismitteilungen aus Sachsen, habe das LKA mehrere interessante Sachverhalte gemeldet.
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Zur ersten Meldung: Maik Em. habe Kontakt zu Hannes Fr. und Johannes Kn. aus Hildesheim. Fr. und Kn. waren bei B&H organisiert und seien später im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK), auch bei den Hells Angels in Rostock, aufgefallen.
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Beide stünden in Beziehung mit illegalen Wehrsportübungen und Schießtrainings.
Laut dem Zeugen, sei die Nummer von Fr. im Telefon der Zschäpe gespeichert gewesen, welches im Brandschutt in Zwickau gefunden worden sei.
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Erst kürzlich veröffentlichte T-Online eine Recherche zu Johannes Kn., der im „Nordbund“ Personenschützer der Bundeswehr ausgebildet haben soll.
bit.ly/3C8y9Hi
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Sowohl Kn. als auch Fr. beschäftigten bereits den 1. NSU-PUA im Landtag M-V. Mehrere Zeugen machten bereits Auskünfte: bit.ly/3BJ1HtD (S.56f.)
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Beide ehemaligen B&H-Mitglieder sollen Kontakt zur Rostockerin Anke Za., ehemalige Führungsfigur der B&H-Sektion Mecklenburg, gehabt haben. Anke Za. sei noch im September 2009 auf einem Treffen der Artgemeinschaft im thüringischen Ilfeld gewesen.
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Ihr ehemaliger Lebensgefährte, Thomas Dü., sei wiederum ebenfalls von der Neonazi-Szene zur OK gewechselt.
Die zweite Meldung des LKA Niedersachsen habe sich auf Mathias Br. bezogen.
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Der langjährige Neonazi-Aktivist und heutige Sänger von Path of Resistance sei bei einer Veranstaltung in Salzgitter aufgefallen, auf der auch Silvio He. war. He. sei innerhalb des Thüringer Heimatschutzes eine Führungsfigur der Braunen Aktionsfront Weimar gewesen.
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Im Ergebnis der Auswertung stellte der Zeuge fest: Über Mathias Br. und Maik Em. hätten sich Verbindungen zum NSU ergeben können.
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Michael Noetzel wies darauf hin, dass in der Auswertung der Salchow-Liste Personen fehlen würden, die im NSU-Komplex eine Rolle spielen. Mglw. sei hier die Gesamtrelevanz der Feier verkannt worden: bit.ly/3BJ1HtD (S.58f.)
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Der Zeuge habe darüber hinaus zum Neonazi-Fanzine „Der Weisse Wolf“ recherchiert und sei bei der Durchsuchung der Wohnung von David Petereit beteiligt gewesen, nachdem das apabiz aus Berlin auf den Gruß an den NSU in der 18. Ausgabe aufmerksam machte.
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Laut dem Zeugen hätte Petereit die Durchsuchung bereits erwartet und sei vorbereitet gewesen. Umso überraschter sei er gewesen, als eine (einzige) Ausgabe des Fanzines in seiner Wohnung gefunden wurde – die 18. Ausgabe.
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Kurzzeitig sei der Zeuge zudem mit Lutz Giesen befasst gewesen. Der Landesverfassungsschutz habe sich nach dem Aufenthaltsort des langjährigen Neonazi-Kaders erkundigt. Warum wisse der Zeuge nicht.
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Nachdem er angeboten habe, eine bundesweite Erkenntnisanfrage zu Giesen zu stellen, habe der Landesverfassungsschutz seine Anfrage zurückgezogen.
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Das Bundesamt für VS hätte inzwischen die Vermutung geäußert, dass Giesen in der Schweiz und nur noch gelegentlich bei seiner Lebensgefährtin im mecklenburgischen Lalendorf anzutreffen sei.
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Somit verfüge Giesen über keine ladungsfähige Anschrift in Deutschland und alle Aufträge würden sich damit erledigen. Auch Giesen spielte bereits im 1. NSU-PUA eine Rolle: bit.ly/3BJ1HtD (62f.)
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