Was sich lange abgezeichnet hat und für jeden sichtbar war, der Augen und Ohren offen hatte, ist jetzt eingetreten. Erdogan zeigt jetzt sein wahres Gesicht als islamistischer Führer eines muslimischen Großreichs, das entschlossen ist, dem Westen Paroli zu bieten. "Will der Westen wieder einen Kampf zwischen Halbmond und Kreuz?", fragte er am Samstag rhetorisch. "Wenn Sie eine solche Anstrengung unternehmen, seien Sie sich darüber im Klaren, dass diese Nation nicht tot ist." Seine Propaganda-Blätter feiern diesen Auftritt als "Vorboten zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem". "Die Muslime verlassen die Phase des Interregnums." Man befreie sich aus der "Tyrannei der Kreuzfahrer", rezitiert ntv. Wegen ähnlich kriegerischer Äußerungen saß Erdogan in den 1990er Jahren schon einmal im Gefängnis. Damals galt die Türkei noch als säkularer Staat.
n-tv.de/politik/politik_pers…